Ikonographie


Ikonographie

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Iko|no|gra|phie 〈f. 19; unz.〉 = Ikonografie

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Iko|no|gra|phie usw.: Ikonografie usw.

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Ikonographie
 
[griechisch eikonographía »Abbildung«, »Darstellung«] die, -, ursprünglich die Wissenschaft der Bestimmung antiker Porträtdarstellungen, in der Kunstwissenschaft seit dem 19. Jahrhundert die zunächst deskriptive Erfassung und Klassifizierung der religiösen, mythologischen, symbolischen und allegorischen Inhalte beziehungsweise Themen bildlicher Darstellungen, bald erweitert zur Erforschung der Bildinhalte im Gegensatz zur Form- und Stilgeschichte, daher häufig nicht von dem Begriff Ikonologie unterschieden. Der Forschungsbereich umfasste zunächst nur die christliche Kunst bis zum späten Mittelalter, er schließt heute auch profane Themen ein und wurde bis auf das 20. Jahrhundert ausgedehnt. Die Ikonographie stützt sich bei ihren Untersuchungen auf literarische Quellen, in der christlichen Kunst v. a. auf das Alte Testament und Neue Testament, auf Apokryphen, religiöse Dichtungen und bis in die christliche Zeit nachwirkende Schriften der Antike. Aus dem örtlichen und zeitlichen Vorherrschen bestimmter Themen und Motive können wichtige Schlüsse für die Lokalisierung und Datierung von Kunstwerken gezogen werden. Ein wichtiges Instrument der Ikonographie ist das an der Reichs-Universität zu Leiden ausgearbeitete Klassifikationssystem Iconclass, das alle relevanten Motive der bildenden Kunst erfasst (»Iconclass. An iconographic classification system«, 1973 ff.).
 
Ein spezielles Gebiet ist z. B. die musikalische Ikonographie, die die Bildzeugnisse mit musikalischer Thematik in Bezug auf Musikauffassung, Instrumentengeschichte, Aufführungspraxis sowie Sozial- und Künstlergeschichte untersucht, wobei stets zwischen dem Wirklichkeitsbezug der Darstellung und andersartigen (künstlerischen) Intentionen zu unterscheiden ist; Ergebnis ist u. a. die »Musikgeschichte in Bildern« (begründet von H. Besseler und Marius Schneider, 1962 ff.).
 
 
Bildende Kunst als Zeichensystem, hg. v. E. Kaemmerling, Bd. 1: I. u. Ikonologie (1979);
 G. Schiller: I. der christl. Kunst, 5 Bde. in 7 Tlen. u. Register-Bd. (1-31980-91);
 G. de Champeaux u. S. Sterckx: Einf. in die Welt der Symbole (a. d. Frz., 21993);
 Lex. der christl. I. LCI., hg. v. E. Kirschbaum u. a., 8 Bde. (Neuausg. 1994);
 H. Sachs u. a.: Christl. I. in Stichworten (61996).
 
Hier finden Sie in Überblicksartikeln weiterführende Informationen:
 
Ikonographie kaiserlicher Macht: Kaiserbildnis, Siegesdenkmal, Reliefschmuck und Münzen
 

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Iko|no|gra|phie, (auch:) Ikonografie, die; - [lat. iconographia < griech. eikonographía = Abbildung]: 1. a) Beschreibung, Form- u. Inhaltsdeutung von [alten] Bildwerken: er ist ein Meister der I.; Ü ... tritt die Wochenschau ... in das Magnetfeld der Geschichte ein ... Die politische Ikonographie bestimmt das Bild (Enzensberger, Einzelheiten I, 113); b) Ikonologie. 2. wissenschaftliche Bestimmung von Bildnissen des griechischen u. römischen Altertums.

Universal-Lexikon. 2012.

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